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Bay. Amtsgericht

Bay. Amtsgericht

„Er war ein Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand“.

Dieses Zitat gehört seit Jahr und Tag zum Standardrepertoire von mehr oder minder böswilligen Seitenhieben auf den Juristenstand. Zugeschrieben wird dieses Zitat fast immer einem Urheber, dem man eine derartige Verunglimpfung des eigenen Berufsstands auch ohne weiteres zutraut, nämlich den mehr als Schriftsteller denn als Juristen bekannten Kurt Tucholsky. Mehr als 70 Jahre nach dessen Tod, war dieses bzw. ihm zugeschriebene Schmähzitat Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Tatsächlich jedoch stammt dieses Zitat von dem bayerischen Volksdichter Ludwig Thoma (Rechtsanwalt in Dachau, * 21. Januar 1867 in Oberammergau; † 26. August 1921 in Rottach am Tegernsee ) aus der Kurzgeschichte „Der Vertrag“ über den königlichen Landgerichtsrat Alius Eschenberger.

Auch das Fernsehen beschäftigte sich in der gleichnamigen 53-teiligen Serie "Königlich Bayerisches Amtsgericht" mit der damaligen Rechtsprechung im Königreich Bayern, wenngleich auch nicht immer mit dem gebotenen Ernst. Die Gerichtsszenen spielen in einem Amtsgericht im fiktiven bayerischen Ort Geisbach im Jahre 1912. Zum Amtsgerichtsbezirk Geisbach gehörten auch weitere ebenfalls erfundene Orte wie z. B. Reamading und Kirchzell.

Die Fälle sind meist originell und idealisieren „die gute alte Zeit“ des bayerischen Königreichs vor 1914 unter der Regentschaft des beliebten Prinzregenten Luitpold. Der Autor Georg Lohmeier gilt selbst seit langem als Befürworter der Wiedereinführung der Monarchie in Bayern. Besonderes Markenzeichen der Serie ist der stets schnupfende Amtsrichter August Stierhammer, der manchmal eigenartige und listige Methoden der Prozessführung an den Tag legt. Er wird von Hans Baur gespielt, der unter anderem als Erzähler in den Hörspielen Otfried Preußlers bekannt geworden ist.

Die hier wiedergegebenen Fälle beruhen jedoch alle auf beweisbaren Tatsachen. Für evtl. entstehende gedankliche Assoziationen ist jeder Leser selbst verantwortlich.

Fall 1: Der Gemeinschaftsweg

Ort der Handlung: Ein Vorort Erlangens, das Amtsgericht Erlangen und das Landgericht Nürnberg-Fürth

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